„Ich will die Beste sein“ „Ich will die Beste sein“ „Ich will die Beste sein“
Sara Marita Kramer 

„Ich will die Beste sein“

07.12.2021

Sara Marita Kramer gibt der Schanzen-Konkurrenz Meter und segelt in der Olympiasaison von einem Erfolgserlebnis zum nächsten. Im Vorfeld des Ramsauer Heim-Weltcups spricht die 20-Jährige über Rekorde, Ziele und Vorbilder. Außerdem verrät die Maria Almerin warum sie sich auf freistehenden Anlauftürmen überwinden muss und was sie Daniela Iraschko-Stolz voraus hat.

Du hast am vergangenen Samstag in Lillehammer mit Rang zwei die Führung im Gesamtweltcup übernommen und diese tags darauf mit deinem zehnten Weltcupsieg ausgebaut. Im Vorjahr haben dir läppische elf Zähler gefehlt, was braucht es, um die große Kristallkugel diesmal stemmen zu können?

Das Niveau ist in dieser Saison noch einmal höher, auch der Weltcup-Kalender ist voller, wir sind viel mehr unterwegs. Man muss schon konstant sehr gut Skispringen, um ganz vorne dabei zu sein. Wenn ich weiterhin brav arbeite und mich auf meine Sachen konzentriere, ist alles möglich.

„Der Gesamtweltcup ist mein Traum und Ziel, ich werde alles daransetzen, dass es in dieser Saison mit der großen Kristallkugel klappt.“

Am kommenden Wochenende geht es auf die Großschanze nach Klingenthal, anschließend folgt das Heimspringen in der Ramsau, wo du auf der Normalschanze vor einem Jahr deinen zweiten Weltcupsieg fixiert und mit 96 Metern einen neuen Schanzenrekord aufgestellt hast. Wie groß ist die Vorfreude?

Es ist sehr cool, dass wir mit der Ramsau einen zweiten Heim-Weltcup haben, zumal mir Hinzenbach von der Anlage her nicht so taugt. Ich hoffe, dass diesmal Zuschauer erlaubt sind und meine Familie und Freunde vorbeischauen können. Ramsau liegt mir, heuer haben wir viel Schnee, damit ist alles für ein tolles Heimspringen angerichtet. Entsprechend groß ist auch die Vorfreude!
Du hast das Auftaktspringen im russischen Nischni Tagil mit einem Rekordvorsprung von 41,7 Punkten auf die zweiplatzierte Slowenin Erna Klinec für dich entschieden. Was bedeuten dir Rekorde und Zahlen wie diese?

Der erste Tag in Nischni war abartig und crazy. Ich hätte mir nie gedacht, so in die Saison rein zu starten. Dieser Rekord bedeutet mir schon sehr viel, da es eine Bestätigung für die harte Arbeit und meine Entwicklung ist.

„Es ist mein Ziel die Beste zu sein, bei einem Rekordvorsprung wie diesem, muss alles stimmen - das war an diesem Tag einfach der Fall.“

Du hast die Hälfte deiner Weltcupsiege auf russischen Schanzen zelebriert, warum performst du ausgerechnet im Uralgebirge so gut?

Schwer zu sagen. Die Schanzenanlagen sind ein Traum, die Veranstalter geben sich richtig viel Mühe, es macht einfach extrem viel Spaß in Russland Ski zu springen, womöglich deshalb. Vielleicht ist aber auch nur Zufall.

Hast du Vorbilder, welche Persönlichkeiten im und abseits des Sports faszinieren dich und warum?

Früher habe ich zu Gregor Schlierenzauer aufgeschaut, seine Erfolge haben mir sehr imponiert, auch Mikaela Shiffrin hat mich als Kind absolut fasziniert. Mittlerweile habe ich keine speziellen Vorbilder mehr. Ich denke, man kann sich von vielen Menschen etwas abschauen.

Die Olympiasaison steht an, wie sehr ist Peking für dich schon präsent?

„Olympische Spiele waren für mich schon als Kind ein absoluter Traum. Durch die Erfolge der letzten Jahre ist der Traum realistisch geworden. Ich glaube auf einem guten Weg zu sein und werde bei dem, was ich beeinflussen kann, alles geben.“

Die Olympiaschanzen im Nordischen Skizentrum Kuyangshu liegen auf 1750m Höhe, inwiefern beeinflusst das das Springen?

Es trägt dich in der Luft weniger, das sollte man im Hinterkopf behalten, aber ein guter Sprung sollte auch auf dieser Höhe funktionieren.

Apropos Höhe, du leidest an Höhenangst - beim Skispringen ist das ganz offensichtlich kein Problem, wann schon?

Wenn ich auf einen freistehenden Anlaufturm rauf gehe, ist schon eine gewisse Überwindung dabei, aber sobald ich die Skier angeschnallt habe und in der Spur bin, ist es kein Problem.
Du teilst dir mit Daniela Iraschko-Stolz auf Reisen das Zimmer. Sie ist mit 37 Jahren die Teamälteste und fast doppelt so alt wie du, inwieweit profitiert ihr voneinander, was verbindet euch?

Dani ist im Damen-Skisprungsport eine absolute Legende, sie hat für unseren Sport eine Menge geleistet, dass sie in ihrem Alter noch so erfolgreich springt, ist nicht selbstverständlich. Wir ergänzen und verstehen uns einfach sehr gut, sie hat sehr viel Erfahrung, muss dafür aber wesentlich mehr und länger dehnen als ich (lacht).

Abschließend, du fährst diesen Winter einen Q5 Sportback 40 TDI quattro – welche Details an deinem Audi weißt du besonders zu schätzen und wem würdest du das Lenkrad auf keinem Fall überlassen?

Das Auto ist optisch ein absoluter Traum, speziell der Allrad-Antrieb ist mega, der macht vieles leichter. Meine Schwester hat gerade erst den Führerschein gemacht, ich bin mir nicht sicher, ob ich ihr dieses tolle Auto überlassen werde (lacht).